Aufbau einer Rede mit Beispielen

 

Kennst du das, wenn du von einem großartigen Redner beeindruckt oder unbewusst durch eine überzeugende Rede dazu gebracht wirst etwas zu unternehmen? Es  scheinen so, als ob einige Menschen mit der erstaunlichen Fähigkeit geboren sind. Sie bringen wundervolle, überzeugende Worte hervor. Sie können ihre Ideen erfolgreich an ihr Publikum „übertragen“. Dennoch haben wenige die Gabe des überzeugenden Redens und können mühelos inspirierende und einprägsame Reden halten. Jedoch können die anderen die Kunst erlernen hochmotivierende und überzeugende Reden zu halten. Der Schlüssel zu einer erfolgreichen Rede ist es die Fähigkeit eine starke Botschaft zu entwickeln sowie sie in einer perfekten Reihenfolge zu liefern. Der Purdue-Universitätsprofessor, Alan H. Monroe, verwendete die Psychologie der Überzeugung und entwickelte einen Entwurf für ergebnisorientierte Reden. Wir haben bereits Monroes motivierende Reihenfolge als Anleitung besprochen um eine perfekte überzeugende Rede zu erstellen. Hier wird der Aufbau einer Rede mit dieser bewährten Methode weiter erläutert um sicherzustellen, dass deine überzeugende Rede die größtmögliche Wirkung auf jede Art von Publikum haben.

 

Die Reihenfolge deiner überzeugende Rede: Eine detaillierte Erklärung

Monroes motivierter Reihenfolge kann für eine Vielzahl von Situationen verwendet werden. Untersuchen wir die Schritte im Detail.

 

Schritt # 1 Bekomme Aufmerksamkeit

Jeder möchte wissen, was in der verschlossenen Box ist. Der Inhalt und Aufbau deiner Rede ist wie ein eingepacktes Geschenk. Dein Publikum sollte überzeugt genug sein um zu bleiben und zu sehen was drin ist. Deine Eröffnung ist dein wichtigster Schritt um die Aufmerksamkeit deines Publikums zu gewinnen. Schreibe eine Dynamit-Eröffnung und gebe einen schnellen Überblick über die Rede. Ein Weg ist es mit etwas schockierendem, erschreckenden oder kontroversen zu beginnen. Selbst Humor wird gut funktionieren, abhängig vom Thema. Falls eine gedämpftere Herangehensweise angemessener ist versuche eine direkte Frage. Alles was dein Publikum aufmerksam macht.

Beispiele:

Überraschende Tatsache: „Wussten Sie, dass Sie Ihr Gehirn schlauer arbeiten lassen können, indem Sie Blaubeeren essen?“ Anekdote: „Ich fuhr neulich nach Hause und sah am Straßenrand einen kleinen Hund. Er war dünn, abgemagert und zitterte. Ich beschloss sofort ein zu Hause für ihn zu finden. Ich fuhr zu Seite und nahm den Hund mit. Es stellte sich heraus, dass das einzige Haus, in dem ich den Hund wissen möchte, mein eigenes war. Dieser kleine Hund hat seitdem mein Leben komplett verändert.“ Frage: „Wann haben Sie Ihre Mitarbeiter zum letzten Mal eine Einweisung in die Sicherheit gegeben?“ Relevanz zum Thema: Wenn es sich bei deinem Thema um gentechnisch veränderte Lebensmittel handelt, kannst du etwa sagen: „Lebensmittelgeschäfte sind mit gentechnisch veränderten Lebensmitteln gefüllt. Die Nahrung, die Sie gegessen haben bevor sie hierher gekommen sind um mich anzuhören, kann sehr wohl auch genetisch verändert sein.“ Dieser erste Schritt ist ein Teil der Einführung und es ist wichtig bereits anfangs Glaubwürdigkeit aufzubauen. Dieser Schritt spricht das Kernanliegen deines Publikums an und macht die Rede für sie folglich relevant.

 

Schritt # 2 Stelle die Notwendigkeit dar

Hier überzeugst du dein Publikum davon, dass ein Problem vorliegt. An diesem Punkt deiner Rede bringst dein Publikum dazu ein Bedürfnis oder Verlangen zu fühlen. Sie müssen schließlich erkennen, dass sich die Dinge ändern müssen. Dies wird erreicht durch:

  • Eine definitive Aussage darüber, was das Bedürfnis oder das Problem ist.
  • Gib Beispiele, die das Problem veranschaulichen. Male verbale Bilder um das Publikum dazu zu bringen das Problem zu fühlen.
  • Untermauer es mit Statistiken, Beispielen oder Zeugnissen.
  • Erkläre die Konsequenzen des Nicht-Veränderns und zeige den Zuhörern wie sie persönlich damit verbunden sind.

Beispiel:

„Die Baurabeiter arbeiten 40 Meter über dem Boden aber die Sicherheitsgurte liegen gebündelt 40 Meter unten – auf dem Boden. Sie besitzen Beatmungsmasken aber verwenden sie um Kleingeld zu behalten anstatt vor gefährlichen Dämpfen zu schützen. Das Ignorieren dieser Sicherheitsregeln führte im letzten Jahr zum Tod von 200 Menschen. Ich möchte sicherstellen, dass Sie dieser Statistik nicht beitreten.“ In diesem Stadium wird die „Lösung“ für das Problem noch nicht zum Ausdruck gebracht. Hier vermittelst du deinem Publikum, dass es ein Problem gibt. Sie sollten sich unbehaglich fühlen und sich auf „deine“ Lösung freuen (nächster Schritt).

 

 Schritt # 3 Befriedige die Notwendigkeit

Jetzt ist es an der Zeit die Lösung für das Problem, das vorher (in Schritt 2) erstellt wurde, vorzustellen. Wie willst du das Problem lösen, das die Zielgruppe bereit ist zu implementieren? Dies ist der Kern deiner überzeugenden Rede. Sei extrem spezifisch. Wirke hier klar, klangsicher und befehlend.

  • Zum ersten Mal muss deinem Publikum sehr direkt und klar gesagt werden was es zu tun hat. (Dies sollte das erste Mal sein, dass deinem Publikum gesagt wird, was zu tun ist).
  • Erkläre die Lösung des Problems.
  • Demonstriere wie die Lösung zur Lösung des Problems in Schritt 2 beitragen kann.
  • Enthülle die Beweise, die die Lösung unterstützen.
  • Erwarte Gegenargumente und antworte ruhig aber mit Autorität. Es ist besser alle möglichen Argumente vorzubereiten und anzusprechen noch bevor dein Publikum sie zur Sprache bringt.

Beispiel:

„Jeder muss für seine eigene und andere Sicherheit verantwortlich sein. Sicherere Arbeitsplätze sind produktiver. Gewohnheiten werden über einen Zeitraum hinweg gebildet, beginnen Sie die Änderung jetzt.“

 

Schritt # 4 Visualisiere die Zukunft

In diesem Stadium verstärkt sich der Wunsch deines Publikums nach einer Lösung. Dieser Schritt visualisiert die Zukunft, sei es positiv oder negativ. Positiv: Der Referent zeigt zukünftige Bilder, wie viel besser es den Publikum durch die angebotenen Lösung gehen wird.   Negativ: Es werden lebhafte Beschreibungen angeboten um dem Publikum zu verdeutlichen, wie schlecht das Leben sein würde, wenn man nicht mit dieser Lösung geht. Kontrast: Berücksichtige zunächst die negativen Aspekte, indem du über die Konsequenzen sprichst wenn Sie nicht sofort handeln. Wende dich als nächstes an die positiven Auswirkungen sofortiger Maßnahmen.

Beispiele:

Kontrast und Negativ: Stelle eine negative Situation durch den Tod eines Kollegen dar, wenn die Zuhörer keinen Sicherheitsgurt tragen. Bitte das Publikum sich direkt den Kollegen, der neben einen sitzt vorzustellen, er sein auch ein Opfer mangelnder Sicherheit geworden. Wie können die Zuschauer der Frau der verstorbenen Person gegenübertreten? Positiv: Stelle das Bild eines sicheren und gesunden Arbeitsplatzes für alle dar. „Stellen Sie sich vor, Teams werden für eine hervorragende Sicherheitsbilanz belohnt.“ Bitte das Publikum stolz darauf zu sein andere über Sicherheitsmaßnahmen auf hohem Niveau zu schulen.

 

Schritt # 5 Rufe zum Handeln auf

Dies ist die letzte Aufforderung an beispielsweise den Käufer, die angebotene Lösung anzunehmen. Dies ist der Schritt in dem du deinem Publikum sagst, es „tu es“. Mach es kurz, kraftvoll und gut formuliert. Beende die Rede mit Kraft.

Beispiele:

„Überprüfen Sie sofort die Sicherheitsverfahren Ihres Unternehmens. Sie sind wichtig!“ „Sie sind alle eingeladen, nach einer Erfrischung an einer Werksbesichtigung teilzunehmen. Ihre Ansichten helfen uns Bereiche zu identifizieren, die sofortige Aufmerksamkeit erfordern. Für diejenigen, die nicht teilnehmen können, habe ich einige Visitenkarten und Literatur hinterlassen. Fühlen Sie sich frei mich mit irgendwelchen Ideen, Klarstellungen oder Fragen anzurufen.“

 

Fazit

Es gibt eine sehr wichtige Sache, an die sich dein Publikum bei deiner Rede erinnern sollte. Was auch immer deine Gliederung sein mag, was auch immer deine Rede enthält, stelle sicher, dass du dich wiederholst. Du fragst dich vielleicht: „Wer möchte immer und immer wieder dasselbe hören?“ Redner der Öffentlichkeit betonen die Wiederholung aber ohne wiederholend zu klingen: Verwende ein Stichwort, eine Phrase oder eine Idee auf die du während der Rede öfters zurück zukommst. Hier findest du Beispiele von berühmten Rednern, die das verinnerlicht haben. Dies hilft dem Publikum sich mit der Sprache verbunden zu fühlen. Das ist fast wie ein nettes Lied, in dem jeder Vers einen Teil der Geschichte offenbart und dann singt der Chor die ursprünglichen Idee des Liedes.